Comenius-Schulpartnerschaft zwischen

Framhaldsskólinn in Austur-Skaftafellssýslu, Island   Max-Planck-Gymnasium Trier, Deutschland
island schule   MPG



Thema: Weltklimakonflikt als Energieproblem

Wie gehen wir künftig bewusster und umweltschonender mit Energie um?



Die Weltbevölkerung wächst und aufgrund des hohen beziehungsweise nachholenden Lebensstandards in vielen Ländern steigt der Energiebedarf weltweit stark an. Doch fossile Energieträger werden knapp und das Klima beginnt sich zu verändern. Bereits heute sind die Folgen des beträchtlichen Energiekonsums auch im regionalen Kontext sichtbar. Immer deutlicher tritt zutage, dass der Dreiklang aus Klima, Umwelt und Energie die wohl größte und anspruchsvollste Herausforderung ist, vor der wir Menschen heute stehen.

Um einerseits die globale Erwärmung einzudämmen und andererseits Wirtschaftswachstum und Wohlstand auch künftig zu garantieren, ist es erforderlich, Energie so umwelt- und klimaschonend sowie effizient wie möglich bereitzustellen und zu nutzen. Technologische Innovationen, die Qualität, Ökonomie und Ökologie kompatibel sein lassen, spielen hierbei eine Schlüsselrolle. Sie existieren bereits. Wir kennen sie nur nicht immer, beachten sie nicht oder setzen sie erst gar nicht ein.

Der Fragestellung des Projekts will die Schulpartnerschaft unter besonderer Berücksichtigung zweier Länder (Deutschland und Island), die jeweils verschiedenen Klima- und Geozonen angehören, auf den Grund gehen.

Deutschland als ein Land, das in hohem Maße auf Energieimporte (Erdöl und Erdgas) angewiesen ist, setzt bei dem Versuch den Klimawandel einzudämmen Schwerpunkte, die sich von denen Islands unterscheiden. Wichtige Teilthemen sind aus deutscher Sicht Umwelt, Alternative Energien (Biomasse, Sonne und Wind), Abfallwirtschaft, Kraftwerke mit optimierter Anlagetechnik, Energieeffizienz von Gebrauchs- und Konsumgütern und ressourcenschonende industrielle Produktion. Der Imperativ des Klimaschutzes ist dabei eindeutig: Vermeide klimaverändernde Spurengase soweit wie möglich und führe sie zurück in den Rahmen dessen, was die Natur verkraften und verarbeiten kann.

Das randpolare Island mit seinem Reichtum an den regenerativen Energien Geothermie und Wasserkraft ist weitestgehend unabhängig von Energieimporten. Dennoch vermitteln die unerschöpfbaren isländischen Energiequellen auf den zweiten Blick nur eine scheinbare Sorglosigkeit, denn der sorglose Umgang mit Energie an anderen Orten des Planeten Erde wird künftig für Island zu einem Problem werden. So birgt etwa das Abschmelzen des Vatnajökull-Gletschers, der sich in einer aktiven Vulkanzone befindet, infolge des Klimawandels eine latente Katastrophe in sich. Lässt der Druck der Eismassen auf den unter ihm liegenden Vulkan nach, bedrohen glühende Lavaströme und schmelzende Eismassen die Insel. Auch in Bezug auf die Wasserkraftnutzung bahnt sich auf Island ein ökologisches Bewusstsein an, das nicht nur dort die grundsätzliche Frage aufwirft, ob sich künftig aus dem weltweiten Konflikt "Markt gegen Umwelt" ein Kampf um Umweltmärkte entwickelt.
Dr. Monika Keuthen

"Think global - act local"

"People all over the world, we need to solve the climate crisis. It's not a political issue, it's a moral issue."


Dies formulierte Al Gore in seiner Dankesrede anlässlich der Verleihung des Oscars im Rahmen der Annual Academy Awards 2007 für seinen im Jahr 2006 produzierten Film "An Unconvenient Truth". Er hatte sich um eine Bewusstmachung der Klimakrise und ihrer globalen Gefahren bemüht und brachte somit die Verantwortung des Einzelnen gegenüber sich selbst und der nachfolgenden Generation zum Ausdruck. Mit seiner Aussage wollte er dazu aufrufen, politische Grenzen zu überwinden und gemeinsam als "Erdgemeinschaft" den Erhalt der Umwelt zur Handlungsmaxime zu erklären.
Dies bedeutet ebenso, dass wir, als Schülerinnen und Schüler, diesen Gedanken bereits verinnerlichen, verbreiten und die bisherigen unterschiedlichen Folgen analysieren, um die Dringlichkeit des Themas herauszustellen. Seien dies nun Gletscherschmelze oder die Zerstörung der natürlichen Flora und Fauna, so sind wir wegen zukünftiger Lösungen gefragt, denn wir sind jene maßgebliche Generation, die den Ausweg aus den Dilemmata weisen und wollen muss.
Hierzu betrachteten wir zur Bildung einer Grundlage die Vergangenheit Deutschlands in puncto Umweltschutz wie beispielsweise die Industrialisierung und verglichen jene desaströsen Zustände mit der heutigen der Schwellenländer.
Aber dies ist nur der erste Schritt. Auf Island werden wir die dortigen Folgen des Klimawandels erkennen können.
Wir dürfen, abschließend gesagt, nicht vergessen, dass wir auf die Ressource "Erde" nicht verzichten können, sondern wir uns auch durch kleine Aktionen schützen müssen wie zum Beispiel durch den intelligenten Verzicht auf Klimaanlagen oder den Verzicht auf Produkte mit viel Verpackungsmaterial. Doch das allein genügt wohl nicht. Als Verbraucher wollen wir möglichst viel konsumieren und deshalb alles so billig wie möglich einkaufen. Wir wollen alles, sofort und jetzt. So verlieren wir aus dem Blick, dass viele der von uns favorisierten Produkte in anderen Regionen der Welt hergestellt werden, die unseren Ansprüchen an klimaverträgliche Produktionstechniken nicht entsprechen. Das senkt den Konzernen die Produktionskosten, ermöglicht uns den schnellen Wegwerfkonsum, gestattet den Schwellenländern einen nachholenden Wohlstand – und das Klima wandelt sich doch! Intelligenter Konsum wählt aus zwischen den Produkten die ressourceneffizient produziert werden und solchen, die ohne innovative Produktionstechniken auf den Weltmarkt geworfen werden. Wir werden uns schützen müssen! Doch dazu müssen uns erst einmal die Zusammenhänge deutlich werden! "Act local" bedeutet, dass wir durch unser Konsumverhalten die gestaltenden Akteure sind! Wir sind wichtig! Auf unser Bewusstsein kommt es an! Effizienz ist cool!
Erik Schöller